Dena-Gebäudereport 2026 gibt einen Überblick über den Stand der Energiewende
Zum Jahresbeginn 2026 hat die Deutsche Energie-Agentur (dena) ihren Gebäudereport 2026 vorgelegt. Das jährlich erscheinende Dokument bietet mit zahlreichen Diagrammen und Karten einen umfassenden Überblick über den Zustand und die Entwicklung des deutschen Gebäudebestands – von Bautätigkeit und verwendeten Baustoffen über Gebäudetechnik, Energieversorgung und Förderlandschaft. Interaktive Grafiken ermöglichen eine tiefgreifende Auseinandersetzung mit den Daten der deutschen Energiewende.
Der Bericht macht deutlich: Der Gebäudesektor bleibt ein zentraler Hebel für die Energiewende und den Klimaschutz in Deutschland, verfehlt die vorgegebenen Klimaziele bislang jedoch. 2024 lagen die Treibhausgasemissionen im Gebäudebereich bei 100,5 Millionen t CO₂. Zwar entspricht das einem Rückgang von 2,3 % gegenüber dem Vorjahr 2023 und einer Minderung um rund 43 % seit 1990, dennoch liegt der Gebäudesektor damit deutlich über dem angestrebten Zielpfad. Laut der dena ist eine Reduktion auf 65 Millionen Tonnen CO₂ bis 2030 weiterhin erreichbar – vorausgesetzt, Maßnahmen werden konsequent, verlässlich und mit stabilen Rahmenbedingungen umgesetzt. An dieser Stelle benennt die dena insbesondere den Abbau von bürokratischen Hürden und die Kontinuität von Fördermöglichkeiten.
Hoher Sanierungsbedarf im Bestand
Ein zentrales Ergebnis des Gebäudereports 2026 ist der weiterhin hohe Sanierungsbedarf: Laut der Auswertung sind mehr als fünf Millionen Heizungen im deutschen Gebäudebestand älter als 30 Jahre. Während Wärmepumpen im Neubau weitgehend etabliert sind, liegt ihr Anteil bei Bestandsgebäuden 2024 bei nur 4,3 %. Damit hat sich der Wärmepumpenanteil seit 2019 zwar nahezu verdoppelt, bleibt angesichts der Größe des deutschen Gebäudebestands jedoch vergleichsweise niedrig. Gleichzeitig zeigt ein langfristiger Blick aber auch: Kein anderes Heizsystem ist in den vergangenen 25 Jahren prozentual so stark gewachsen wie die Wärmepumpe.
Photovoltaik verliert an Tempo, Speicher legen zu
Beim Ausbau der Photovoltaik zeigt sich für 2025 eine Abschwächung gegenüber dem Trend der letzten Jahre. Mit einer neu installierten Leistung von 6,2 GW bis September blieb der Photovoltaik-Zubau allerdings auf einem relativ hohen Niveau. Deutlich dynamischer entwickelte sich der Markt für Solarstromspeicher: Rund 3 GW neue Speicherleistung wurden bis September installiert. Die gesamte Speicherleistung im Gebäudesektor stieg damit auf etwa 15,6 GW. Die maßgeblichen Akteure dieser Entwicklung sind vor allem Eigenheimbesitzende, die ihren selbst erzeugten Solarstrom durch die Nutzung von Speichertechnologien effizienter nutzen möchten.
Energieberatung und Wärmeplanung gewinnen an Bedeutung
Eine positive Tendenz zeigt sich bei der Energieberatung: Die Zahl der geförderten Energieberatungen stieg 2024 im Vergleich zum Vorjahr um ca. 30 % auf insgesamt deutlich über 160.000 Wohn- und Nichtwohngebäude. Die dena betont in ihrer Einschätzung besonders, dass die energetische Sanierung nicht nur einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz leisten, sondern auch als Konjunkturimpuls wirken kann.
Auch in Bezug auf die kommunale Wärmeplanung – dem zentralen Aspekt, um im Gebäudesektor Planungssicherheit herzustellen– erhebt die dena entsprechende Daten. In 743 Kommunen ist die kommunale Wärmeplanung bereits abgeschlossen, 44 % der kommunen befinden sich im Planungsprozess. Insbesondere größere Städte stehen hierbei unter Zeitdruck: Gemeinden mit mehr als 100.000 Einwohnerinnen und Einwohnern müssen ihre entsprechende Wärmeplanung bis zum 30.06.2026 abgeschlossen haben. Laut dena haben 36 % dieser Gemeinden diese Zielvorgabe bereits erfüllt.
Wirtschaftsfaktor Gebäudesektor
Der Gebäudesektor in Deutschland bleibt trotz rückläufiger Neubauten ein bedeutender Wirtschaftsfaktor. Rund 3,7 Millionen Menschen sind in Handwerk, Industrie und Handel beschäftigt. Positiv bewertet der Gebäudereport zudem die Entwicklung beim Bauüberhang: Die Zahl genehmigter, aber noch nicht fertiggestellter Wohnungen ist nach einem Höchststand von rund 858.000 auf 738.000 im Jahr 2024 zurückgegangen.
Weiterführende Informationen zu diesem Thema finden Sie auf der Seite “Energieeffizienz“ oder in unseren Fachinformationen des Energiespar-WIKI der Landeskampagne „Energieberatung Saar“.
Quelle:
https://www.dena.de/infocenter/dena-gebaeudereport-2026
https://www.energie.de/et/news-detailansicht/nsctrl/detail/News/gebaeudereport-verfehlte-klimaziele-aber-dynamische-marktentwicklung
https://www.solarserver.de/2026/01/26/dena-gebaeudereport-2026-mehr-tempo-bei-waermepumpen-im-gebaeudebestand-machen/
