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Wissenswertes zum Thema „Kommunale Wärmeplanung“

Warum ist die Kommunale Wärmeplanung von solch einer großen Bedeutung, dass alle davon sprechen?

Die Wärmeversorgung ist mit rund 60 % des Endenergieverbauchs der größte Hebel für eine zügigere Umsetzung der Energiewende und muss daher genauso viel Beachtung zuteilwerden wie Stromversorgung und Verkehr.

Diese 60 % Endenergieverbrauch in Deutschland werden vor allem durch Raumwärme, Prozesswärme, Warmwasser oder Kälteenergie verursacht. Aber auch der Gebäudesektor trägt maßgeblich hierzu bei, denn im Wohnungsbestand wird noch zu rund 90 % aus fossilen Energiequellen Wärme bezogen.

Das Kompetenzzentrum Kommunale Wärmewende (KWW) der Deutschen Energie-Agentur (dena) arbeitet seit seiner Eröffnung im April 2022 in Halle (Saale) im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) daran, mittels qualitätsgesicherter Wissensbasis verlässliche Informationen zur Kommunalen Wärmeplanung (KWP), Know-How aus der Praxis und Beratungsmaterialien für die Akteure der Kommunalen Wärmewende in Deutschland aufzubereiten und zur Verfügung zu stellen. Als saarländischer Vertreter kooperiert die ARGE SOLAR mit der KWW.

Im Folgenden werden die wichtigsten Fragen in Bezug auf kommunale Wärmewende beantwortet:

1. Was sind also die Vorteile einer strategisch geplanten kommunalen Wärmeplanung?

Durch die Aufstellung eines strategischen Fahrplans zur Erreichung einer nachhaltigen Wärmeversorgung und die systematische Ergreifung von Maßnahmen findet der Wandel von Reaktion auf Aktion statt: Kommunen werden zum Planer, Treiber, Regulierer und Enabler: Denn „die KWP ist das zentrale Koordinierungsinstrument der Kommune zur Erreichung der Treibhausgasneutralität im Wärmesektor und kann maßgeblich zur Versorgungssicherheit und Importabhängigkeit beitragen.“[i]

Dies bringt der Kommune mehr Unabhängigkeit von Geschehnissen und Entwicklungen auf internationalen Energiemärkten und eine gesteigerte regionale Wertschöpfung, da lokale Ressourcen genutzt, Arbeitsplätze und Finanzmittel in der Region gehalten werden.
Die kommunale Pflicht zur Daseinsvorsorge wird durch die KWP gewährleistet, da mit Hilfe eine integrierten Infrastrukturplanung auch Synergien zu anderen Infrastrukturprojekten genutzt werden können, wie z.B. Breitbandausbau und Modernisierungsmaßnahmen von Abwasserkanälen, Straßen oder nachhaltiger Quartierskonzepte.
Zudem entsteht Planungssicherheit für Investitionen bei Energieversorgungsunternehmen und lokalem Handwerk durch die entstehende Verbindlichkeit und Definition von Verantwortlichkeiten dank einer strategischen Planung (Ausweisung von Eignungsgebieten, abgeleitete Maßnahmen und Handlungsstrategien).

2. Was muss ich also als erstes tun, wenn ich mich für eine KWP interessiere und diese in meiner Kommune umsetzen möchte?

Die KWP kann in eine Organisationsphase und eine Planungsphase unterschieden werden. Zuerst muss in der Organisationsphase geklärt werden, ob die eigene Kommune laut Landesgesetz zu einer KWP verpflichtet sind oder nicht. Die Kommunen, die verpflichtet sind, haben die Möglichkeit Konnexitätszahlungen zu erhalten. Die Kommunen, die nicht verpflichtet sind, können Fördermittel über die Kommunalrichtlinie beantragen.

Die Projektleitung für die Erstellung der KWP und Koordinierung der Umsetzung sollte in der Kommunalverwaltung angesiedelt sein und die kommunalen Akteurinnen und Akteure frühzeitig aktiv in den Prozess ein mit einbinden. Gemeinsam mit den relevanten Akteur*innen werden grundlegende Vorarbeiten und laufende Prozesse wie Konzepte, Beteiligungs- und Arbeitsabläufe identifiziert.

Basierend auf begleitenden Beschlüssen und Vorgaben aus Landesgesetzen bzw. Förderrichtlinien wird die Zielstellung und Ausgestaltung der KWP konkretisiert.

Es muss entschieden werden, ob die KWP vollständig von der Kommunalverwaltung erstellt oder ob einzelne Arbeitspakete bzw. die vollständige Planung an externe Dienstleistende vergeben werden soll. In letzterem Fall ist eine Ausschreibung durchzuführen.

Die Planungsphase kann in vier Prozessschritte unterschieden werden: In die Bestandsanalyse, die Potenzialanalyse, das Zielszenario, die Wärmewendestrategie und abschließenden Monitoring. Alle vier Phasen können Sie hier nachlesen (Link: Oft gestellte Fragen zur Kommunalen Wärmeplanung – Kompetenzzentrum Kommunale Wärmewende (kww-halle.de)).

3. Mit wieviel Zeit muss ich jetzt einkalkulieren, bis der gesamte Prozess einer KWP umgesetzt ist?

Da es sich bei einer Kommunalen Wärmeplanung (KWP) um einen fortlaufenden Prozess der nächsten Jahrzehnte handelt, ist es ein Zyklus der auch für die Kommune eine Daueraufgabe bleiben wird. Denn die KWP ist das zentrale Koordinierungsinstrument, um die Wärmeversorgung vollständig auf erneuerbare Energien und unvermeidbare Abwärme umzustellen.

Bis die Wärmewende vor Ort die gesetzten Ziele erreicht hat, benötigt es folglich strategische Planung und regelmäßige Aktualisierung unter Berücksichtigung von gewonnen Erkenntnissen und ggf. geänderten Rahmenbedingungen.

„Die Dauer der Erstellung einer KWP hängt u. a. von den Gegebenheiten vor Ort, der Zielstellung und Ausgestaltung des Prozesses selbst, dem Abstimmungsbedarf der Akteure vor Ort, gesetzlichen Regelungen und deren Ausführung (z. B. bei der Datenerhebung) und vorhandener Vorarbeiten oder laufenden Prozessen wie Konzepten, Beteiligungs- und Arbeitsprozessen, sowohl der Kommune selbst, als auch von anderer Stelle, wie z. B. Energie- und Wärmekataster ab. Bereits durchgeführte KWPs ergeben, dass für die Erstellung einer KWP mit bis zu zwei Jahren realistisch zu rechnen ist.
Aufgrund des langen Planungsvorlaufs für Umsetzungsmaßnahmen, der langen Modernisierungszyklen und der Langlebigkeit der technologischen Anlagen –
alleine bei Heizungen von 20-30 Jahren gilt es, keine Zeit zu verlieren und so schnell wie möglich mit der KWP und deren Umsetzung zu beginnen, um langfristig eine Wärmeversorgung aus erneuerbaren Energien und unvermeidbarer Abwärme zu erreichen.“[ii]

4. Benötige ich spezielles Personal zur Planung und Umsetzung einer KWP?

Aus dem oben beschriebenen Grund ist deutlich zu erkennen, dass auch die frühzeitige Kapazitäten- und Kompetenzplanung von großer Bedeutung ist, denn so vielschichtig die KWP ist, genauso umfassend sind die personellen Ressourcen, die zur Planung und Umsetzung benötigt werden. So sind viele Fachkenntnisse der unterschiedlichen Ämter gefragt.

Daher ist es entscheidend, dass die Projektleitung die relevanten Fachämter frühzeitig aktiv an dem Prozess der KWP beteiligt und im Rahmen der KWP Verantwortlichkeiten für die Umsetzung, das Monitoring und die Fortschreibung des Prozesses festgelegt werden.

Um Ihnen einen ersten Überblick zu verschaffen, was Sie bei der Kompetenz- und Kapazitätenplanung im Zuge einer KWP einplanen sollten, haben wir Ihnen hier eine knappe Abschätzung des Personalbedarfs aufgelistet.

Zu den Aufgaben im Rahmen der Erstellung und Umsetzung der KWP zählen u. a.:
•    ein Beteiligungsprozess der relevanten Akteur*innen und Koordination der Schnittstellen
•    eine breite Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
•    Planung der energetischen Sanierung
•    Infrastrukturentwicklung und Koordination der Maßnahmen und Aufgabenpakete
•    die Sicherung von Flächen im Rahmen der Bauleitplanung
•    die Genehmigung von Anlagen zur Erzeugung
•    Verteilung und Speicherung erneuerbarer Energien und unvermeidbarer Abwärme,

Bei Fragen wenden Sie sich gerne an unseren Ansprechpartner Ralph Schmidt unter 0681 99884 101 oder per Mail an schmidt@argesolar-saar.de

Mehr Informationen:

Themenwelten der Kommunalen Wärmeplanung (KWW HALLE)

Gesetzgebung im Wärmesektor

Förderung zur Planung der Wärmewende


[i] Online Quelle: KWW: Oft gestellte Fragen zur Kommunalen Wärmeplanung – Kompetenzzentrum Kommunale Wärmewende, verfügbar unter: Oft gestellte Fragen zur Kommunalen Wärmeplanung – Kompetenzzentrum Kommunale Wärmewende (kww-halle.de).

[ii] Online Quelle: KWW: Oft gestellte Fragen zur Kommunalen Wärmeplanung – Kompetenzzentrum Kommunale Wärmewende, verfügbar unter: Oft gestellte Fragen zur Kommunalen Wärmeplanung – Kompetenzzentrum Kommunale Wärmewende (kww-halle.de).

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