Daten sind der Rohstoff der Zukunft

Der Bundesrat hat sich auf seiner Sitzung vom 18.12.2015 mit dem „Gesetz zur Digitalisierung der Energiewende“ (GDEW) beschäftigt. Das Gesetz soll dazu beitragen, „intelligentes“ Messen von Energiemengen zu ermöglichen, um damit einen wesentlichen Baustein für den Erfolg der Energiewende zu legen. Denn intelligente Messsysteme können unter anderem dazu beitragen, die stark schwankende Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien zu steuern. Die Ausschüsse des Bundesrates haben unter Federführung des Wirtschaftsausschusses in ihren Empfehlungen Kritikpunkte an dem Entwurf der Bundesregierung formuliert, die der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) im Wesentlichen unterstützt. Dies betrifft insbesondere Fragen der Verantwortung für die Prüfung und Abrechnung der Messdaten, des Bürokratieabbaus sowie der Wirtschaftlichkeit des Rollouts.

Im Gesetzentwurf ist vorgesehen, dass die Verteilnetzbetreiber, anders als bisher, nicht mehr die Validierung der Daten übernehmen sollen. Damit läge die vollständige Bilanzierung der Daten bei den Übertragungsnetzbetreibern. Dies führt zu mehr Aufwand beim Datenclearing und zu zusätzlichen Kosten für die neu zu schaffenden IT-Strukturen bei den Übertragungsnetzbetreibern zu Lasten des Verbrauchers. Der Wirtschaftsausschuss hat wie der VKU hier erhebliche Bedenken. Reiche macht zudem deutlich, dass kommunale Unternehmen von den Bürgern als vertrauensvoll wahrgenommen werden:

„Daten sind der Rohstoff der Zukunft – Stadtwerke sind als Akteure vor Ort nah am Kunden, genießen hohes Vertrauen und sind damit die richtigen Partner, um verantwortungsvoll mit den zukünftig hochaufgelösten Verbrauchsdaten der Kunden umzugehen. Dazu benötigen sie aber die gleiche Datenqualität wie die Übertragungsnetzbetreiber – Restriktionen beim Datenzugriff für die Verteilnetzbetreiber darf es hier nicht geben.“

Aus Sicht des VKU sollte auch darauf geachtet werden, dass die Regelungen nicht zu mehr Bürokratie führen. Der VKU hatte hierfür in seiner Stellungnahme konkrete Vorschläge für schlanke Lösungen gemacht, um die in der Praxis etablierten Vertragsverhältnisse zu nutzen und mit geringem Aufwand um die neuen Aufgaben zu erweitern. Aus Sicht des Verbandes muss der Messstellenbetreiber auch weiterhin immer die Möglichkeit haben, die Entgelte für den intelligenten Messstellenbetrieb über diese Rahmenverträge mit Lieferanten abrechnen zu können. Diese Option ist in der Kabinettsfassung nicht eindeutig und verbindlich genug geklärt.

Schließlich ist es zentral, dass der Rollout der intelligenten Systeme wirtschaftlich bleibt. Aus Sicht des VKU müssen Preisobergrenzen der intelligenten Messsysteme als Netto-Werte ansetzbar sein und nicht wie vorgesehen als Brutto-Werte. Zumindest sollte dies für den Bereich der gewerblichen Kunden gelten.

Der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) vertritt über 1.400 kommunalwirtschaftliche Unternehmen in den Bereichen Energie, Wasser/Abwasser, Abfallwirtschaft sowie Telekommunikation.

Mit über 245.000 Beschäftigten wurden 2013 Umsatzerlöse von mehr als 115 Milliarden Euro erwirtschaftet und mehr als 9,1 Milliarden Euro investiert. Die VKU-Mitgliedsunternehmen haben im Endkundensegment einen Marktanteil von 52 Prozent in der Strom-, 62 Prozent in der Erdgas-, 82 Prozent in der Trinkwasser-, 67 Prozent in der Wärmeversorgung und 32 Prozent in der Abwasserentsorgung. Sie entsorgen zudem jeden Tag 31.500 Tonnen Abfall und tragen entscheidend dazu bei, dass Deutschland mit 65 Prozent die höchste Recyclingquote unter den Mitgliedstaaten der Europäischen Union erreicht.  Aktuell engagieren sich rund 140 kommunale Unternehmen im Breitbandausbau. Bis 2018 planen sie Investitionen von rund 1,7 Milliarden Euro – damit können dann rund 6,3 Millionen Kunden die Breitbandinfrastruktur kommunaler Unternehmen nutzen.

Quelle: Verband kommunaler Unternehmen (VKU).

Bild: I-vista  / pixelio.de

 



zurück
 

Aktuelles

12.04.2018
Am 1. März 2018 fand im Rahmen unserer Veranstaltungsreihe für Mitglieder „ARGE SOLAR exklusiv“ ein Fachseminar zum Thema „Dezentrale Stromspeicher“ mit anschließendem Workshop statt.>>> mehr
12.04.2018
Erstes gemeinsames Projekt war 2013 der Anschluss der St. Ingberter Albertus-Magnus-Schulen ans Nahwärmenetz des Biomasseheizkraftwerks auf dem ehemaligen DNA-Gelände. Damit erhielten die Schulen eine moderne ökologische Wärmeversorgung, die sie unabhängig von Öl- und Gaspreisen macht.>>> mehr
12.04.2018
Die intelligente Steuerung von Beleuchtung liegt ganz vorne bei den Smart-Home-Anwendungen. Laut einer repräsentativen Verbraucherumfrage des ZVEI nutzt bereits jeder fünfte Deutsche zuhause vernetzte Funktionen. >>> mehr