Anteil von Erdgas im Straßenverkehr soll stark wachsen

4 Prozent sind das Ziel: Auf diesen Wert soll der Anteil von Erdgas am Energiemix im deutschen Straßenverkehr bis 2020 anwachsen. So eines der Ergebnisse des Spitzengesprächs, das im Dezember 2015 im Rahmen des Branchendialogs mit der Fahrzeugindustrie stattfand. Am Treffen beteiligt waren die Partner im Bündnis „Zukunft der Industrie“: Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel, IG-Metall-Vorsitzender Jörg Hofmann sowie der Präsident des Verbands der Automobilindustrie e. V. Matthias Wissmann.

Im Spitzengespräch ging es insbesondere um nachhaltige Mobilitätskonzepte, zu denen auch der Erdgasantrieb zählt. Vor allem bei Nutzfahrzeugen und Bussen, so die abschließende Erklärung, biete CNG (Compressed Natural Gas) sowie LNG (Liquid Natural Gas) zahlreiche Vorteile. Dazu zählen insbesondere der geringe CO2- und NOx-Ausstoß sowie die fehlenden Partikelemissionen, der niedrige Kraftstoffverbrauch und die geringer ausfallende Geräuschbelastung durch Erdgasfahrzeuge. Gründe genug, um verstärkt auf Erdgasautos und -busse zu setzen. Die deutsche Automobilindustrie werde weitere attraktive Fahrzeugmodelle mit Erdgasantrieb auf den Markt bringen, heißt es in dem Papier.

Die ehrgeizige Zielsetzung in Höhe von 4 Prozent bedeutet eine Verzehnfachung des Erdgasfahrzeugbestands auf deutschen Straßen in den kommenden 5 Jahren. Märkte wie Italien demonstrieren aber, dass das Erreichen solch ambitionierter Vorgaben möglich ist, sofern die richtigen politischen Weichen gestellt werden. Dementsprechend sei der zügige europaweite Aufbau einer Tankstelleninfrastruktur, zu der sich auch Deutschland im Rahmen der „Clean Power for Transport“-Initiative verpflichtet hat, ebenso notwendig.

Zudem will sich das Bundeswirtschaftsministerium dafür einsetzen, dass die Energiesteuerermäßigung von Erdgas als Kraftstoff über 2018 hinaus verlängert wird. Der Bundeswirtschaftsminister sagte auch zu, das im Aktionsprogramm „Klimaschutz 2020“ aufgenommene Förderprogramm zur Markteinführung von energieeffizienten Nutzfahrzeugen in Angriff zu nehmen. Es soll eine hinreichend lange Laufzeit und ein ausreichendes Förderbudget haben.

„Wir begrüßen sehr, dass sich sowohl das Bundeswirtschaftsministerium als auch die Automobilindustrie und die IG Metall für mehr Erdgas im Straßenverkehr einsetzen“, kommentiert Dr. Timm Kehler, Vorstand der Brancheninitiative Zukunft Erdgas e. V., den Fachdialog. Es sei absolut notwendig, alle relevanten Entscheider ins Boot zu holen, um gemeinsam die Verwendung von Erdgas im Straßenverkehr voranzubringen. Schließlich stelle der umweltfreundliche Kraftstoff eine etablierte Alternative zu konventionellen Antrieben dar und könne einen erheblichen Beitrag zur Dekarbonisierung des Verkehrssektors – und somit zum Erreichen der ambitionierten Klimaschutzziele der Bundesregierung – leisten.

 Foto: Zukunft ERDGAS / Danny Kurz

 



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