Hauskauf: Welche energetischen Sanierungen sind gesetzlich vorgeschrieben?

Entscheidet man sich für den Kauf eines Ein- bis Zweifamilienhaus, sollte man im Vorfeld prüfen, welche Sanierungsmaßnahmen auf den neuen Hausbesitzer zukommen. Die Sanierungspflichten sind in der Energieeinsparverordnung (EnEV 2014) geregelt.

Dämmung obere Geschossdecke oder Dach

Wenn das vorhandene Dach den Mindestwärmeschutz nach DIN 4108-2: 2013-02 erfüllt, gilt laut EnEV die Pflicht zur Dämmung als erfüllt. Wenn der bisherige Eigentümer das Ein- oder Zweifamilienhaus bereits seit Februar 2002 selbst bewohnt, fällt diese Pflicht erst bei Eigentümerwechsel an. Ob der Mindestwärmeschutz eingehalten wird, kann von einem Gebäudenergieberater überprüft werden. Reicht der Wärmeschutz nicht aus, hat der neue Eigentümer zwei Jahre Zeit, die obere Geschossdecke oder das Dach entsprechend zu dämmen.

Pflicht zum Heizungstausch

Gemäß der EnEV müssen Hauseigentümer Heizkessel, die bis Ende des Jahres 1984 eingebaut wurden, austauschen. Heizkessel, die ab 1985 oder später eingebaut wurden, dürfen nach dem Ablauf von 30 Jahren nicht mehr betrieben werden. Von dieser Regelung gibt es jedoch Ausnahmen: Ist die eingebaute Heizung eine Niedrigtemperatur- oder Brennwertheizung oder die Nennleistung der Heizung liegt unter 4 Kilowatt (kW) oder über 400 kW, so darf sie weiterhin betrieben werden. Gleiches gilt, wenn der Eigentümer eine Wohnung des Ein- oder Zweifamilienhaus bereits seit Februar 2002 selbst bewohnt. Bei Eigentümerwechsel gilt diese Ausnahmeregelung aber nicht mehr. Der neue Besitzer hat zwei Jahre Zeit die Heizung auszutauschen.

Hält sich der neue Besitzer nicht an diese Nachrüstpflichten, riskiert er nach der Novellierung der Energieeinsparverordnung in 2014 ein Bußgeld in Höhe von bis zu 50.000 Euro.

Nähere Informationen: http://www.enev-online.com/enev_2014_volltext/

(Bild: Thorben Wengert/pixelio.de)



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