Bundesnetzagentur veröffentlicht erste Evaluation zu Photovoltaik-Ausschreibungen

Die Bundesnetzagentur hat eine Auswertung der Photovoltaik-Pilotausschreibung vom April 2015 vorgenommen. Insgesamt hätten sich 68 Bieter zur Teilnahme an der Evaluation bereiterklärt. Davon gingen 26 Rückmeldungen ein. Dies entspricht einer Rücklaufquote von 38 Prozent.

Hier die Ergebnisse im Überblick:

Der 1. Themenblock des Fragebogens behandelte die Verständlichkeit des Verwaltungs-verfahrens. Die Frage nach der Verständlichkeit der von der Bundesnetzagentur zur Verfügung gestellten Formulare wurde in den weitaus meisten Fällen (21 von 231) mit „ja“ beantwortet.

Der 2. Fragenkomplex befasste sich mit der Teilnahme der Bieter an der ersten Ausschreibungsrunde und enthielt Fragen zum Bieterverhalten und zu den Erfahrungen der Bieter mit der ersten Ausschreibungsrunde. Für die überwiegende Zahl der Teilnehmer der Evaluation (16) haben sich die Erwartungen an die erste Ausschreibungsrunde nicht erfüllt. Vielfach wurde dies mit einer Zuschlagsvergabe an wenige und überwiegend große Teilnehmer begründet sowie dem Fehlen eines eigenen Zuschlags. Die Teilnehmer der Evaluation gehen mehrheitlich von sehr hohen Realisierungswahrscheinlichkeiten für ihre eigenen Projekte für den Fall der Zuschlagserteilung aus. 17 von 25 Teil-nehmern gaben eine Realisierungswahrscheinlichkeit von 90 - 100% an. Weitere sieben Teilnehmer gaben eine Realisierungswahrscheinlichkeit von 75 - 90% und nur ein Teilnehmer gab eine Realisierungswahrscheinlichkeit von 50 - 75% an.

Im 3. Themenblock wurden weitere Fragen zum Ausschreibungsverfahren gestellt. So wurde nach der Angemessenheit der Höhe der Sicherheiten sowie nach einer möglichen Zusammenlegung von Erst- und Zweitsicherheit gefragt. Bei der Angemessenheit der Höhe der Sicherheiten ergibt sich kein eindeutiges Bild. Demnach halten elf Bieter die Sicherheiten für zu hoch, während zwölf sie für genau richtig erachten.

Im 4. Abschnitt des Fragebogens wurden Fragen zu den materiellen Präqualifikationsanforderungen, zum Standort und zur Flächennutzung gestellt. Die Frage, ob von der Möglichkeit der Übertragbarkeit des Zuschlags auf einen anderen Standort Gebrauch gemacht werde, wurde nur von einem Teilnehmer bejaht, wohingegen acht Teilnehmer dies verneinen. Vier Teilnehmer wollten sich nicht festlegen und 13 Teilnehmer haben keine Angabe gemacht.

Teil 5 des Fragebogens erfragt die Angaben der Teilnehmer, die Rückschlüsse auf die Akteurs- bzw. Betreibervielfalt ermöglichen. In Anlehnung an die Definition für Kleine und Mittlere Unternehmen (KMU) wurden die Teilnehmer gebeten, Angaben zu ihrem Unternehmen zu machen. Heraus kam ein gemischtes Bild mit überwiegend Kleinst- bzw. Kleinen Unternehmen. So wiesen beispielsweise 13 Teilnehmer weniger als 10 Mitarbeiter im Unternehmen aus; kein Teilnehmer hat mehr als 249 Mitarbeiter.

Der 6. Abschnitt des Fragebogens beleuchtet die Finanzierung der Projekte. 21 von 24 Befragten finanzieren die Projekte überwiegend mithilfe einer Fremdfinanzierung durch eine Bank oder eine Finanzinstitution. Dabei haben sich für einige Teilnehmer die Bedingungen verschlechtert: So seien höhere Eigenkapitalquoten oder höhere Zinssätze als die von bisherigen Projekten verlangt worden. Andere Teilnehmer machten zu den Finanzierungsbedingungen keine Aussage.

Der 7. Fragenkomplex gab den Teilnehmern der Evaluation die Möglichkeit, sich zu allge-einen Fragen zum Thema Ausschreibungen zu äußern. Mögliche Vorteile eines Zuschlags bei der anschließenden Beschaffung von Anlagenmodulen konnte kein Teilnehmer erkennen.

Bei der Beurteilung des Ausschreibungssystems insgesamt herrscht bei den Teilnehmern Einigkeit: Ausschreibungen werden kritisch gesehen. So werden höhere Risiken, höhere Kosten, mehr bürokratischer Aufwand, zu geringe Ausschreibungsmengen, steigende EE- Förderhöhen, höhere Realisierungsrisiken, und Spekulationsmöglichkeiten kritisiert. Darüber hinaus wird bei der Freiflächenausschreibung die eingeschränkte Flächenkulisse bemängelt. Aus den Kritikpunkten werden teilweise Anregungen abgeleitet. So gibt es Vorschläge, die Flächenkulisse zu öffnen, einen Sonderbonus bzw. ein eigenes Kontingent für „kleine Bieter“ oder eine nach Anlagengröße gestaffelte Gebühr einzuführen.

Weitere Informationen auf der Internetseite der Bundesnetzagentur.

 



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