Gründungsboom bei Bürger-Energiegenossenschaften lässt nach

Der Gründungsboom bei Bürgergenossenschaften zur Finanzierung von Energieprojekten hat im vergangenen Jahr weiter nachgelassen. Laut einer Umfrage des Deutschen Genossenschafts- und Raiffeisenverbands (DGRV) wurden 2014 bundesweit insgesamt 54 Energiegenossenschaften neu gegründet. 2013 seien es noch 129 Neugründungen gewesen. Auf dem Höhepunkt des Booms im Jahr 2011 waren es 167. Die Ursache des Rückgangs sieht der DGRV vor allem in der Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) sowie Befürchtungen über drohende Regulierungskosten einer BaFin-Aufsicht (Kapitalanlagegesetzbuch, KAGB), die zu Verunsicherung geführt hätten.

Insgesamt verfügten die 772 seit 2006 gegründeten und im DGRV organisierten Energiegenossenschaften über Kapazitäten mit einer Leistung von 933 Megawatt. Eine deutliche Mehrheit von 82 Prozent der befragten Genossenschaften ist im Bereich der Stromerzeugung aktiv, 20 Prozent betreiben Wärmenetze, 7 Prozent erzeugen Wärme und 1 Prozent unterhält Stromnetze. Allein im Bereich Nahwärmeversorgung seien in den vergangenen drei Jahren über 60 Genossenschaften neu entstanden. Zudem entwickelten sich neue Geschäftsmodelle wie die Strom-Direktlieferung an Endkunden oder die Gründung von Dachgenossenschaften zur Stromvermarktung. Die Mitgliederzahl der Genossenschaften liege deutschlandweit bei etwa 130.000, darunter ca. 120.000 Privatpersonen.

In einer ergänzenden Blitzumfrage der Agentur für Erneuerbare Energien (AEE) unter 31 Energie-Kommunen zeigten sich knapp 80 Prozent der befragten Kommunenvertreter überzeugt, dass Energiegenossenschaften und andere dezentrale Akteure einen großen bis sehr großen Beitrag zur Akzeptanz der Energieprojekte in ihren Kommunen leisteten.

 Hier die Umfrageergebnisse des DGRV.

 (Bild: dena)



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