Novelle des Energiedienstleistungsgesetzes (EDL-G): Für wen gilt die neue Energieauditpflicht?

Im Rahmen der novellierten Fassung des EDL-G müssen alle deutschen Unternehmen, die gemäß der europäischen Definition kein kleines oder mittleres Unternehmen (KMU) sind und kein zertifiziertes Energiemanagementsystem nach ISO 50001 oder Umweltmanagementsystem nach EMAS eingeführt haben, bis zum 05. Dezember 2015 erstmalig ein Energieaudit durchgeführt haben.

Das Energieaudit muss auf nationaler Ebene den Anforderungen der DIN EN 16247-1 entsprechen und alle 4 Jahre wiederholt werden.

Mit der Novellierung des Energiedienstleistungsgesetzes (EDL-G) wird insbesondere der Artikel 8 der europäischen Energieeffizienzrichtlinie (EED) in nationales Recht überführt, mit dem die Umsetzung von Energieaudits für alle großen Unternehmen bis zum 05. Dezember 2015 vorgeschrieben wird.

Europäische Definition von KMU definiert zum Audit verpflichtete Unternehmen

Von der Auditpflicht betroffen sind alle Unternehmen, die kein KMU nach europäischer Definition sind. Kein KMU sind alle Unternehmen, die mehr als 250 Mitarbeiter oder einen Jahresumsatz größer 50 Millionen Euro erwirtschaften. Darüber hinaus gelten aber auch weitere Anforderungen, zum Beispiel hinsichtlich der Anteilseigner, die Unternehmen kennen sollten.

Dieser EU-Leitfaden für KMU hilft Unternehmen bei der Prüfung der Anforderungen

Keine neuen Pflichten für Unternehmen mit zertifiziertem Energie- oder Umweltmanagementsystem

Mit der Zustimmung des Bundesrates wurden auch die Beschlussempfehlungen des Ausschusses für Wirtschaft und Energie angenommen, denen der Bundestag bereits am 05.02.2015 zugestimmt hat. Ziel dieser Empfehlungen ist es, die Umsetzung der Anforderungen im EDL-G für die betroffenen Unternehmen zu erleichtern, indem die Umsetzungsfrist verlängert werden kann.

Eine Verlängerung der Umsetzungsfrist können Unternehmen in Anspruch nehmen, indem Sie sich – als Alternative zu einem Energieaudit bis 05. Dezember 2015 – schriftlich verpflichten, ein zertifiziertes Energiemanagementsystem nach ISO 50001 oder ein Umweltmanagementsystem nach EMAS einzuführen. Zusätzlich müssen sie mit der Erfassung, Analyse und Dokumentation der eingesetzten Energieträger und Energieströme begonnen haben. In diesem Falle haben die Unternehmen bis Ende 2016 Zeit, ein solches System durch ein Zertifikat oder die Eintragung in das EMAS-Register nachzuweisen.

Zusätzlich wird bei Unternehmen mit einer Vielzahl ähnlicher Standorte das so genannte Multi-Site-Verfahren zugelassen, das bereits bei der Zertifizierung von Energiemanagementsystemen nach ISO 50001 basierend auf den Richtlinien der Deutschen Akkreditierungsstelle (DakkS) zur Anwendung kommt.

Quelle: dena



zurück
 

Aktuelles

12.04.2018
Am 1. März 2018 fand im Rahmen unserer Veranstaltungsreihe für Mitglieder „ARGE SOLAR exklusiv“ ein Fachseminar zum Thema „Dezentrale Stromspeicher“ mit anschließendem Workshop statt.>>> mehr
12.04.2018
Erstes gemeinsames Projekt war 2013 der Anschluss der St. Ingberter Albertus-Magnus-Schulen ans Nahwärmenetz des Biomasseheizkraftwerks auf dem ehemaligen DNA-Gelände. Damit erhielten die Schulen eine moderne ökologische Wärmeversorgung, die sie unabhängig von Öl- und Gaspreisen macht.>>> mehr
12.04.2018
Die intelligente Steuerung von Beleuchtung liegt ganz vorne bei den Smart-Home-Anwendungen. Laut einer repräsentativen Verbraucherumfrage des ZVEI nutzt bereits jeder fünfte Deutsche zuhause vernetzte Funktionen. >>> mehr