Eine Frage des Jahrgangs: So viel Energie verbrauchen alte Gebäude

Von den 19 Millionen Wohngebäuden in Deutschland wurden rund 64 Prozent vor 1979 erbaut. Genau diese Gebäude verbrauchen am meisten Energie – und müssen in den nächsten Jahrzehnten am dringendsten saniert werden.

 

Wohnen Sie in einem Gebäude, das vor 1979 errichtet wurde? Die große Mehrheit der Deutschen wird diese Frage mit "Ja" beantworten: Von 19 Millionen Wohngebäuden stammen knapp 12 Millionen aus der Zeit, in der die erste Wärmeschutzverordnung (seit 2002 Energieeinsparverordnung – EnEV) noch nicht in Kraft bzw. energieeffizientes Bauen noch ein Fremdwort war. Deshalb verwundert es nicht, dass gerade diese Gebäude in der Regel einen extrem hohen Energieverbrauch von jährlich bis zu 208 Kilowattstunden pro Quadratmeter haben. Zum Vergleich: Neubauten, die in den Jahren 2010 und 2011 entstanden und die gesetzlichen Vorgaben aus der Energieeinsparverordnung EnEV erfüllen müssen, benötigen nicht einmal ein Viertel dieser Menge.

Das Einsparpotenzial ist bei Gebäuden also riesig – und das Ziel der Bundesregierung entsprechend ambitioniert: Bis 2050 soll Deutschland einen nahezu klimaneutralen Gebäudebestand haben. Das bedeutet konkret: Der Energieverbrauch aller Gebäude soll dann 80 Prozent unter dem Verbrauch aus dem Jahr 2008 liegen.

Schlau kombiniert: energetische Sanierung und Instandhaltung

Dieses Ziel lässt sich durch energieeffizientes Bauen allein nicht erreichen – auch bestehende Gebäude müssen effizienter werden. In den nächsten 20 Jahren wird voraussichtlich etwa die Hälfte aller Wohngebäude instandgesetzt. Diese Gelegenheit sollten Eigentümer nutzen, ihr Haus auch energetisch fit für die Zukunft zu machen: mit einer energetischen Sanierung. Wer clever ist, sichert sich dafür staatliche Fördergelder, zum Beispiel im Rahmen des CO2-Gebäudesanierungsprogramms.

Welche Sanierungsmaßnahmen sich speziell für Ihr Zuhause eignen, erfahren Sie von einem qualifizierten Energieberater. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) fördert die sogenannte "Vor-Ort-Beratung" für Energieeinsparungen an Wohngebäuden mit bis zu 60 Prozent der Beratungskosten. 

  

Eines zeigt die Grafik deutlich: Die Energiewende muss auch dort stattfinden, wo jeder dazu beitragen kann – in den eigenen vier Wänden.

Quelle: Wohnen und Bauen in Zahlen (BMVI), Grafik: BMWi



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