Neuerungen im Bereich „Heizungssysteme“ in 2015

Im Kalenderjahr 2015 werden sich für die Nutzung bereits bestehender aber auch für die Neuinstallation von Heizungsanlagen einige Änderungen ergeben. Diese Änderungen beruhen auf 3 unterschiedlichen Gesetzen bzw. Verordnungen.

1. Bundes-Immissionsschutzgesetz

Ab Januar 2015 gelten für Pelletheizungen neue Grenzwerte für die Feinstaub- und Kohlenmonoxidemissionen. Statt 60 mg/m3 dürfen dann nur noch 20 mg/m3 Feinstaub im Abgas enthalten sein. Grund dafür ist das Inkrafttreten der zweiten Stufe der ersten Verordnung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes (1. BImSchV).
Zum Hintergrund: Dass Bundes-Immissionsschutzgesetz regelt den zulässigen Schadstoffausstoß von Feuerungsanlagen. Kleine und mittlere Feuerungsanlagen für feste Brennstoffe wie z.B. Pelletanlagen oder auch Kaminöfen, dürfen bestimmte Emissionsgrenzwerte für Staub und Kohlenstoffmonoxid (CO) nicht überschreiten. Eine Feuerstätte, die 2015 oder später in Betrieb genommen wird, muss die Grenzwerte der 2. Stufe der BImSchV erreichen.  Zuständig für die Kontrolle und Einhaltung dieser Vorgaben ist hier der Bezirksschornsteinfegermeister.

2. Richtlinie der Europäischen Union (EU) zur Effizienzkennzeichnung von Wärmeerzeugern wie auch die für Warmwassergeräte

Die Richtlinie der Europäischen Union (EU) zur Effizienzkennzeichnung von Wärmeerzeugern wie auch die für Warmwassergeräte wurde am 6. September 2013 im 'Official Journal of the European Union' veröffentlicht. Damit tritt die Richtlinie am 26. September in Kraft. Was jeder bereits von Kühlschränken, Fernsehgeräten und Waschmaschinen kennt, wird dann auch für Heizungsprodukte ab September 2015 umzusetzen sein. Bei den Wärmeerzeugern werden unter anderem Gaskessel und Wärmepumpen bewertet. Grundlage der Einstufung ist die gesetzliche Verordnung für energierelevante Produkte (Energy related Products) – kurz ErP. Dahinter stehen Berechnungsmethoden zur Geräteeffizienz und die Verpflichtung zur Einhaltung von Mindeststandards. Darauf aufbauend werden mit der Label-Klassifizierung umweltrelevante Verbraucherinformationen wie beispielsweise Energieverbrauch pro Jahr oder Geräuschwerte direkt auf dem Produkt veröffentlicht. Die Bewertung erfolgt durch eine Einteilung in sieben Effizienzklassen, die mit Buchstaben benannt werden. "A" bedeutet beste Werte, während "G" das schlechteste Gerät kennzeichnet. Bei den Wärmeerzeugern werden die herausragenden Geräte mit Inkrafttreten der Richtlinie zusätzlich zur "A-Einstufung" mit bis zu zwei Plus-Zeichen versehen. Das neue Label ähnelt grundsätzlich dem Etikett, das Verbraucher von Haushaltsgroßgeräten bereits kennen. Wie bisher sind die Kategorien mit Farbbalken von Grün (sehr effizient) bis Rot (sehr ineffizient) hinterlegt. Mit dem Label wird nicht nur der Vergleich von Heizanlagenarten auf Basis unterschiedlicher Energieformen wie Öl, Gas und Strom vereinfacht, sondern auch der Vergleich von verschiedenen Wärmepumpenarten. Erstmals soll so dem Hausbesitzer schon vor dem Kauf signalisiert werden, wie effizient sein Heizungssystem sein wird und dieses Wissen in die Entscheidungsfindung einfließen lassen.

Welches Heizsystem wird die Kategorie A+++ erreichen?
Generell steht die Aussage im Raum, dass es ohne Solarthermie schwer wird zu einem dreifach-Plus zu gelangen. Bei den Raumheizungssystemen dürfte dies sogar nur in der Kombination einer guten Wärmepumpe mit Solar möglich sein.

In welche Kategorie fallen Gas- und Ölheizungen?
Das Label ist energieübergreifend – egal ob Öl, Gas oder Solarenergie genutzt wird. In der Praxis sieht es so aus, dass immer mit der Effizienz des primären Wärmeerzeugers begonnen wird und diese dann durch weitere Komponenten verändert werden kann (Regler, Solarthermie, zweiter Wärmeerzeuger, Wärmespeicher). Wenn der primäre Wärmeerzeuger z.B. eine Effizienz von 90% hat, verhilft ihm ein Regler der „Klasse II“ zu zwei weiteren Prozentpunkten, also 92%. Eine zusätzliche Solarthermieanlagen kann je nach Leistung und Speichergrößere weitere Prozentpunkte hinzubringen. So komme ich auf ein Gesamtwert für das System.  Insofern können wir nun dem Kunden deutlich machen: Dein Brennwertkessel hat nur ein B, aber mit der Solarthermieanlagen zusammen kommt Deine Heizung auf ein A+. Und das ist ja genau das, was wir wollten und worauf wir uns freuen.

3. EnergieEinsparVerordnung  (EnEV) 2014

Laut der EnerergieEinsparVerordnung von 2009 galt eine Tauschpflicht für Heizungen, die vor 1978 eingebaut wurden. Die novellierte EnEV schreibt vor, dass bis 2015 alle Öl- und Gasheizungen, die vor 1985 in Deutschland installiert wurden, erneuert werden müssen.
Allerdings gibt es verschiedene Ausnahmen. Brennwert- und Niedertemperaturheizkessel sind nicht von der Austauschpflicht betroffen. Erfasst werden vorerst nur sogenannte Konstanttemperaturheizkessel. Ebenso sind Hauseigentümer von Ein- oder Zweifamilienhäusern von der Austauschpflicht ausgenommen, die seit mindestens dem 1. Februar 2002 Häuser mit 30 Jahre alten Heizungen bewohnen.

(Bild: Tim Reckmann - pixelio) 



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