Gutachten „Moderne Verteilernetze für Deutschland“

 
Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie hat die Ergebnisse des Gutachtens „Moderne Verteilernetze für Deutschland“ vorgestellt. Darin wurden der anstehende Um- und Ausbaubedarf der Verteilnetze und das Potenzial intelligenter Netztechnologie untersucht.
 
Die Verantwortlichen kommen zu dem Ergebnis, dass effiziente Lösungen – gerade in den unteren Spannungsebenen – zunehmend durch einen Mix aus konventionellem Netzausbau und intelligenten Netztechnologien erreicht werden.
 
Insbesondere das Erzeugungsmanagement und der Einsatz regelbarer Ortsnetztransformatoren leisten dazu die wesentlichen Beiträge. Hingegen kann durch die Steuerung der Verbraucherlast der durch den EE‐Zubau verursachte Netzausbau nicht nennenswert reduziert werden. Der VKU wertet dies als eine klare Absage an den Rollout von Smart Metern in Haushalten. Bereits veröffentlichte Studien, unter anderem das vom Verband kommunaler Unternehmen (VKU) veröffentlichte Gutachten „Zukunftsfähiges Energiemarktdesign“ aus dem März 2013, werden durch diese Ergebnisse in den wesentlichen Aussagen bestätigt. 
 
VKU-Hauptgeschäftsführer Hans-Joachim Reck dazu: „Diese Erkenntnisse müssen sich nun in Gesetzen wiederfinden.“ Der regulatorische Rahmen für den Betrieb der Netze ist auf Kostensenkung ausgelegt und geht wenig auf die unterschiedlichen Herausforderungen der Energiewende für Verteilnetzbetreiber ein. Das hemmt die dringend benötigten Investitionen in die Verteilnetze. Gerade die sind jedoch wichtig, um die erneuerbaren Energien – 97 Prozent werden über diese Netzebenen eingespeist – möglichst umfangreich und zugleich kosteneffizient zu integrieren. 
 
Auch müssen die Erkenntnisse zum Einfluss von Informations- und Kommunikationstechnologien dringend Eingang in die Rollout-Verordnung finden, deren Ziel es ist, das Potenzial von Smart Metern besser auszuschöpfen. Der VKU plädiert seit Langem dafür, sich bei der Einführung von Smart Metern auf die Mittel- und Großabnehmer, das heißt auf Industrie und Gewerbe, in den Verteilernetzen zu konzentrieren. Diese stehen für rund zwei Millionen Zählpunkte, beziehen aber zwei Drittel des gesamten Stroms aus diesen Netzebenen. Reck: „Die Kosten für einen Rollout über die mehr als 40 Millionen Haushalte wären volkswirtschaftlich nicht zu vertreten. Die heute vorgestellte Studie zeigt, dass der Rollout mit Augenmaß vorangetrieben werden muss und dass dringender Novellierungsbedarf des Regulierungsrahmens besteht. Ich hoffe, dass das Bundeswirtschaftsministerium den Worten der Studienleiter nun auch endlich Taten folgen lässt.“ 
 
Die kommunalen Netzbetreiber betreiben rund 40 Prozent der Verteilnetze in Deutschland und sind somit für 650.000 Kilometer Verteilnetz zuständig. Dies entspricht einer 16-fachen Erdumrundung. 
 
>> Studie / BMWi
 
(Bild: Uwe Schlick - pixelio) 
 


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