EEG-Novelle: Nachweis des Eigenverbrauchs auch für PV-Anlagen über 10 kWp mit Inbetriebsetzung vor dem 01.08.2014

 
Die neue Verpflichtung zur Zahlung der EEG-Umlage bei Eigenverbrauch betrifft nicht nur alle PV-Anlagen über 10 kW, die ab dem 1.8.2014 an das öffentliche Netz angeschlossen werden. Auch Bestandsanlagen über 10 kW, die vor dem 1.8. noch keinen Eigenverbrauch eingerichtet haben, müssen - wenn sie sich nach dem 31.07.14 noch für den Eigenverbrauch entscheiden - dann die EEG-Umlage auf ihren Eigenverbrauch zahlen. Die Schaltung der Zähler ist bei Anlagen, die für Eigenverbrauch ingerichtet sind, eine andere. Eine Änderung des Messkonzepts wie unter www.sfv.de/fotos/l/eigenverbrauch_Kopie.jpg
angedeutet, ist zwingend.
 
Wenn der bisherige Haushalts-Verbrauchszähler keine Rücklaufsperre hat, muss er bei einer Änderung des Messkonzepts ausgewechselt werden. Andernfalls würde die Einspeisung des Solarstroms zum Rückwärtsdrehen des Haushaltszählers führen. Diese Lösung ist in Deutschland nicht zugelassen. Deshalb muss ein Zweirichtungszähler oder zwei Einzelzähler mit entgegengesetzter Zählrichtung und jeweiliger Rücklaufsperre montiert werden.

Wer sich jetzt rasch noch für eine Umrüstung auf Eigenverbrauch entscheidet, sollte dem  Netzbetreiber unbedingt einen schriftlichen, mit Datum versehenen Nachweis über die neu eingerichtete Eigenverbrauchsverschaltung erbringen.

Ein kurzer "Glühlampentest" (man betreibt z.B. bei Sonnenschein einen Beleuchtungskörper im dunklen Treppenhaus mit Solarstrom der direkt aus dem Solar-Wechselrichter abgegriffen wird) ist nach mündlicher Auskunft der Clearingstelle EEG rechtsunsicher.

Die Änderung der Verschaltung kann durch den Netzbetreiber erfolgen und sollte in einem Protokoll festgehalten werden.

Sollte der Netzbetreiber die messtechnische Umrüstung bis zum Stichtag 31.7.14 aus Zeitgründen abweisen, kann der Anlagenbetreiber einen konzessionierten Elektroinstallateur damit beauftragen.

Sollte der konzessionierte Elektroinstallateur durch den Netzbetreiber am rechtzeitigen Auswechseln des bisherigen Haushaltszählers gehindert werden, macht sich der Netzbetreiber u. E. schadenersatzpflichtig. Auf diese Konsequenz sollte der Anlagenbetreiber den Netzbetreiber ggf. aufmerksam machen. Aus rechtstaktischen Erwägungen empfehlen wir den Antrag auf Umrüstung per Einschreiben-Rückschein an den Netzbetreiber zu versenden.

Auch bei einer - uns unverständlichen - Weigerung des Netzbetreibers ist eine technische Lösung möglich. Nach telefonischem Hinweis der Clearingstelle EEG könnte dieses Problem - allerdings nur vorübergehend bis zur Terminfindung mit dem Netzbetreiber - wie folgt gelöst werden: Der bisherige Haushaltszähler wird unter Zeugen abgelesen und der Zählerstand protokolliert. Ein neuer Zweirichtungszähler für die Lieferung des Solarstroms und die Erfassung des Haushaltsbezugsstroms wird haushaltsseitig vorgeschaltet. www.sfv.de/fotos/m/eigenverbrauch_Zaehlung.jpg

Solange Strom bezogen wird laufen beide Strombezugszähler - der bisherige Haushaltszähler und der neue Strombezugszähler redundant. Wenn Solarstrom ins Netz eingespeist wird, läuft der bisherige Haushaltszähler allerdings rückwärts. Zur Abrechnung wird zum protokollierten Zählerstand des Haushaltsstroms die eingespeiste Solarstrommenge hinzuaddiert. Der alte Haushaltszähler wird später, nach dem 1.8.2014, vom Netzbetreiber entfernt und der neue Zweirichtungszähler übernimmt die Funktion der Strombezugszählung.

Quelle: Solarenergie-Förderverein e.V. Deutschland (SFV)

http://www.sfv.de/

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