

Frage an den Photovoltaik-Experten Dr. Alexander Dörr: „Welche Auswirkungen hat die geplante Subventionskürzung?“

Bei all der Diskussion muss man auch bedenken, dass bereits zum Jahresanfang eine Kürzung der EEG-Vergütung für Solarstrom von neun Prozent erfolgte. Die weitere Senkung der Förderung um 16 Prozent Mitte des Jahres macht dann in der Summe ein Viertel aus – innerhalb von fünf Monaten. Der junge, deutsche Solarmarkt braucht aber noch deutliche Anreize. Deutschland gilt momentan in der Solarenergie weltweit führend. Die umstrittene Förderkürzung schwächt die Rolle Deutschlands mit ihren qualitativ hochwertigen Produkten und stärkt die Position ostasiatischer Hersteller. Analysten der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) haben in einem Bericht zum Photovoltaik-Sektor vor einer zu starken Kürzung gewarnt. Europäische Hersteller könnten nach Auffassung der LBBW bei einer zweistelligen Absenkung des Einspeisetarifs auf der Kostenseite nicht mehr mit den ostasiatischen zum Teil subventionierten Photovoltaikherstellern mithalten. Bei dieser massiven Kürzung der Förderung müssen deutsche Solarunternehmen um ihre Wettbewerbsfähigkeit und Technologieführerschaft bangen. Welche negativen Auswirkungen eine unangepasste Förderpolitik auf die Branche haben kann, zeigt eindrucksvoll Spanien. Dort deckelte die Regierung zum 1.1.2009 die Subventionen deutlich. Daraufhin brach die Nachfrage ein und Deutschland übernahm wieder die Marktführerschaft. Als positiv zu werten ist das Signal an die privaten Hauseigentümer, die sich aufgrund der Aufwertung des selbst genutzten Solarstroms auch bei geringerer Einspeisevergütung für eine Solaranlage interessieren.