

Zur einer kompakten Fachtagung lud die saarländische Energiesparkampagne "clever saniert" in das Haus der Architekten nach Saarbrücken ein.

„Architekten und Planer müssen sich in Zukunft noch stärker mit der Energieeffizienz auseinander setzen“, so der Präsident der Architektenkammer des Saarlandes, Herbert Kiefer in seiner Eröffnungsrede.
Peter Lawrenz vom Bonner Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung stellte in einem einstündigen Vortrag die Energiesparverordnung vor, die im Oktober 2009 in Kraft getreten ist. Die Verordnung sei ein wichtiger Baustein der Energie- und Klimaschutzpolitik der Bundesregierung. Gegenüber der alten Regelung von 2007 müssen Gebäude um durchschnittlich 30 Prozent sparsamer im Energiebedarf sein. Ab 2012 werden weitere Schritte erfolgen, um die Ziele des Integrierten Energie- und Klimaprogramms – kurz IEKP genannt – zu erfüllen.
Für Ralph Schmidt, Geschäftsführer der Arge Solar, wohl auch ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung und stellte die Kampagne „clever saniert“ vor. Unter der Federführung des Umweltministeriums führen das Saar-Lor-Lux-Umweltzentrum und die Arge Solar die Kampagne eng mit saarländischen Partnern durch. Die Informationskampagne setze gezielt an der Stelle an, um Sanierungsvorhaben effizient umzusetzen. Der Sanierungsbedarf sei im Saarland da. Rund 300.000 Gebäude stehen auf saarländischem Boden. Davon sind neun von zehn sind 1- bis 2-Familienhäuser. Knapp 30.000 sind Mehrfamilienhäuser. Wer neu baut, verpflichtet sich, einen festen Anteil der Wärme- und Stromgewinnung aus erneuerbaren Energien zu beziehen. Für eine Sanierung von Altbauten setzt die Regierung nicht nur auf Vorschriften, sondern stellt auch Fördergelder bereit. Dieter Ehrmanntraut vom Ministerium für Inneres und Europaangelegenheiten stellte den Konjunkturpakt Saar mit einem Gesamtinvestitionsvolumen von 171 Millionen Euro vor. Zwischen Antragseingang und Bescheid liegen etwa vier Wochen. Die Arge Solar unterstützt in der Antragsbearbeitung.
Über das Zukunftsenergieprogramm Kommunal berichtete Klaus-Dieter Uhrhan vom Ministerium für Umwelt, Energie und Verkehr. Das Programm fördert kommunale Gebietskörperschaften des Saarlandes und deren Eigenbetriebe, kommunal beherrschte Beteiligungsgesellschaften sowie sonstige Körperschaften des öffentlichen Rechts. Mittel stehen beispielsweise bereit für Blockheizkraftwerke, Wärmedämmungsmaßnahmen, Thermische Solarkollektoranlagen sowie Holz- und Strohfeuerungsanlagen. Bis zu 39,62 (!) Prozent der zuwendungsfähigen Ausgaben werden gefördert.
Vanessa Steuler von der Saarländischen Investitionskreditbank informierte über die geänderte Programmstruktur der KfW aufgrund der neuen Energiesparverordnung. Grundlegend gelte bei der Förderung: Je höher die Energieeffizienz des Gebäudes, umso attraktiver sei die Förderung! Insgesamt werden sechs KfW-Effizienzhausstandards gefördert. Die Zahl hinter "KfW-Effizienzhaus" gibt an, wie hoch der Jahres-Primärenergiebedarf in Relation zu einem vergleichbaren Neubau nach den Vorgaben der EnEV 2009 (Referenzgebäude) sein darf. Demnach bedeutet das „KfW-Effizienzhaus 85“, dass das sanierte oder neu errichtete Gebäude nur 85 Prozent des Energiebedarfs des Referenzgebäudes benötigt.
Last but not least erläuterte Eva-Maria Kiefer von der Arge Solar die Berechnung von Wohn- und Nichtwohngebäuden nach der neuen EnEV 2009
Referenten und Gastgeber: Ralph Schmidt, Herbert Kiefer AKS, Eva-Maria Kiefer, Hans-Peter Lawrenz
Die Vorträge haben wir hier für Sie bereitgestellt.
Hauptvortrag
Auswirkungen auf Förderprogramme auf Bundes- und
Landesebene