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Grundlagen

Wer heutzutage baut, wird mit Begriffen wie „Energiespar-”, „Plusenergie-”oder „Solarhaus“ konfrontiert. Oftmals verbirgt sich jedoch hinter imposanten Begriffen, energetisch gesehen, nur Mittelmaß. Um Gebäude energetisch und ökologisch beurteilen zu können, gibt es klare Kriterien und Kenngrößen:


Konstruktionsmerkmale eines Energiesparhauses

Argumente für ein Energiesparhaus:

  • Geringere Betriebs- und Heizkosten
  • Langfristige Werterhaltung der Immobilie
  • Verbesserte Behaglichkeit
  • Schutz der Bausubstanz vor Feuchte
  • Förderprogramme und finanzielle Zuschüsse
  • Aktiver Klimaschutz

Standard“ Haus (EnEV)

Energetisch gesehen ist das EnEV-Haus heutiger Standard (Energieeinsparverordnung). Für Bauherren, bei denen andere Kriterien der Planung im Vordergrund stehen, ist dieser Standard ausreichend, langfristig gesehen lohnt es sich jedoch meist, das Gebäude energetisch gesehen auf einen besseren Standard zu bringen.

Achten Sie auf richtiges Lüften und die Vermeidung von Wärmebrücken.

Niedrigenergie (Plus) Haus oder KfW-60-Haus

Dieser Energiestandard, der sich zwischen EnEV- und Passivhaus bewegt, ist für den Neubau uneingeschränkt empfehlenswert.

Die Bauweise lässt gewisse Freiheiten bezüglich der Gestaltung und Kubatur zu, erreicht aber trotzdem einen sehr geringen Energieverbrauch. Natürlich muss wie bei allen Standards ein richtiger Umgang mit dem Gebäude und seiner Anlagentechnik erfolgen. In jedem Fall sollte ein Energieberater oder entsprechend ausgebildeter Architekt den Bau von der Planung bis zur Ausführung begleiten.

Passivhaus, KfW-40-Haus

Auch das Passiv- oder KfW-40-Haus mit dem geringsten Energieverbrauch ist empfehlenswert und gewinnt durch steigende Energiepreise und die rasante Änderung auf dem Baustoffmarkt immer mehr an Attraktivität.

Aktuelle Baustandards im Überblick

  Heizwärmebedarf [kWh/m²a] Förderung durch
Staatliche Mindestanforderung:
Neubau nach EnEV
70-90 nein -
KfW60-Haus 40-50 ja KfW-Förderbank
KfW40-Haus 25-30 ja KfW-Förderbank
Passivhaus 15 ja KfW-Förderbank
10 kWh = ca. 1 l Öl = ca. 1 m³ Gas = ca. 2 kg Pellets

Tipp: Die Architekten und Ingenieure der ARGE „Solar” e. V. beraten Sie gerne!

Wirtschaftlichkeit
Die Investition in ein zukunftsfähiges Gebäude, wie z.B. ein Passivhaus, rechnet sich in der Summe der Kosten schon innerhalb von 15-20 Jahren, bei der jetzigen Energiepreis-Entwicklung sogar deutlich früher. Wichtig hierfür ist eine sorgfältige und konsequente Planung von Anfang an.

Luftdichtheit und Lüftung
Für das Wohlbefinden und die Gesundheit der Bewohner und für den Erhalt der Bausubstanz muss gerade heute in relativ luftdichten Gebäuden ein ausreichender Luftwechsel gewährleistet sein. Auf eine angepasste Fensterlüftung muss geachtet werden. Eine Alternative stellt der Einbau einer mechanischen Lüftungsanlage dar, die entweder mit einem einfachen Abluftsystem oder sogar mit integrierter Wärmerückgewinnung den notwendigen Luftwechsel sicherstellt.

Finanzierung und Förderprogramme
Baustandards werden von der KfW-Bank gefördert bzw. direkt bezuschusst!

Was passt zu wem?

Allgemein: Wichtig bei der Entscheidung für einen energetischen Standard ist die Frage nach den persönlichen Wünschen und Anforderungen sowie eine Betrachtung der Gesamtkosten inklusive der Betriebskosten eines Gebäudes. Bezieht man die Betriebskosten für Heizung, Warmwasser und Haushaltsstrom über die Nutzungsdauer mit in die Rechnung ein (gesamte monatliche Belastung), können sich die Mehrkosten für energiesparende Gebäude kurz- bis mittelfristig amortisieren.

Über das Finanzielle hinaus sind es aber vor allem weiteren Vorteile, wie

  • höhere Behaglichkeit
  • angenehmes, gesundheitsförderndes Wohnklima,
  • Schutz vor Bauschäden,
  • langfristiger Werterhalt,
  • und aktiver Umweltschutz,

die energiesparendes und ökologisches Bauen für jeden Bauherren interessant und sinnvoll machen.

Aktuelles

03.01.2012
Mit drei EEG-Novellen hat die Bundesregierung die Photovoltaik-Vergütungssätze von in 2010, 2011 und 2012 erheblich reduziert. Während eine kleine Dachanlage Anfang 2008 46,75 Cent je Kilowattstunde vergütet bekam, liegt die Vergütung Anfang 2012 noch bei 24,43 ct/ kWh. Zum 1.1.2012 wurde die PV-Vergütung nochmals um 15 Prozent abgesenkt. Das EEG 2012 sieht zudem vor, dass auch zum 1.7.2012 ein weiterer Absenkungsschritt erfolgt – in Abhängigkeit des Zubaus vom Oktober 2011 bis April 2012. Nach derzeitigen Schätzungen wird hier noch mal mit einer Degression von 6 oder sogar 9 Prozent gerechnet. Aufgrund der sinkenden Einspeisevergütung erwarten Marktforscher weiter fallende Anlagenpreise. Das schmälert die Gewinnspannen der Hersteller. Kleine Unternehmen leiden am stärksten unter den fallenden Anlagenpreise.>>> mehr
03.01.2012
Nach neuen Berechnungen der Allianz für Gebäude-Energie-Effizienz – kurz geea - hat der überwiegende Teil deutscher Altbauten eine schlechte Energiebilanz. Rund 70 Prozent der Gebäude, die vor 1979 gebaut wurden, haben überhaupt keine Dämmung. Bei 20 Prozent ist die Dämmung nur unzureichend. Nur etwa zehn Prozent der Altbauten in Deutschland sind nach aktuellen Anforderungen gedämmt. Ein ähnlich schlechtes Bild ergibt sich bei den Heizungsanlagen in deutschen Kellern. Von den 18 Millionen Heizungsanlagen im Bestand sind rund 13 Millionen veraltete Gas- und Ölkessel. Somit entsprechen 70 Prozent der Heizungsanlagen nicht dem Stand der Technik. >>> mehr
27.12.2011
Über den Beitrag des Gasnetzes zur Speicherung erneuerbarer Energien diskutierten Ende November Experten aus Unternehmen und Verbänden der Energiewirtschaft, aus Wissenschaft, Politik und Verwaltung. Die Bundesnetzagentur und das Fraunhofer-Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik IWES in Kassel luden zu dem Workshop „Power-to-Gas“ nach Berlin ein. Der Begriff Power-to-Gas steht für ein Konzept, bei dem überschüssiger Strom dazu verwendet wird, per Wasserelektrolyse Wasserstoff zu produzieren und bei Bedarf in einem zweiten Schritt unter Verwendung von Kohlendioxid (CO2) in synthetisches Methan umzuwandeln. Als Speicher für dieses Methan und bis zu einem gewissen Volumenanteil auch des elementaren Wasserstoffs könnte die bestehende Erdgasinfrastruktur, also das Gasnetz mit den angeschlossenen Untertagespeichern, verwendet werden. „Die Idee, Wasser mittels Elektrolyse in seine Bestandteile Wasserstoff und Sauerstoff zu spalten, ist nicht neu. Sie hat aber vor dem Hintergrund der Energiewende mit der Umstellung auf größtenteils fluktuierende erneuerbare Energien an Bedeutung gewonnen. Denn neben dem Netzausbau und einem intelligenten Last- und Erzeugungsmanagement wird erheblich mehr Speicherkapazität notwendig sein, um die Fluktuation von Sonneneinstrahlung und Wind bei der Stromerzeugung ausgleichen zu können. >>> mehr