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Erdgas-Brennwerttechnik

In bestehenden Wohngebäuden sind die Bereitstellung von Heizwärme und die Warmwasserbereitung mit bis zu 90 % der größte Energieverbraucher. Aber auch bei heutigen Neubauten liegt dieser Anteil bei 50 - 60 %. Darum kommt einer effektiven und sparsamen Heizungstechnik, neben einer besseren Wärmedämmung, eine Schlüsselrolle beim Bauen und Sanieren zu.



Grafik mit freundlicher Unterstützung der ASUE e.V.

Doch welche Technik, welcher Energieträger sollte es sein? Dass es hier keinen Königsweg gibt, liegt an vielen Ursachen. Zum einen gibt es unterschiedliche technische und bauliche Voraussetzungen bei den Gebäuden, wie z. B. Platzverhältnisse zur Brennstofflagerung, zum anderen persönliche Erwartungen und Vorstellungen im Bezug auf Komfort, Bedienung und Wirtschaftlichkeit des Systems. Kurz gesagt, das Heizsystem muss zum Bewohner und seinem Gebäude passen. Eine erste Orientierung gibt Ihnen dieses Faltblatt zu den gängigen Heiztechniken und die weiteren Faltblätter der Kampagne zu Holzheizungen mit Pellets und Scheitholz sowie Wärmepumpen.

Niedertemperatur- oder Brennwerttechnik?

Das Hauptmerkmal moderner Heizkessel ist die sog. gleitende oder modulierende Betriebsweise. Dabei wird die Kesselwassertemperatur in Abhängigkeit von der Außentemperatur und damit des Wärmebedarfs anhand der Heizkurve eingestellt. Dadurch sparen Niedertemperaturkessel (NT-Kessel) bereits problemlos 20 % gegenüber alten Kesseln mit konstanter Temperatur ein. Die wahren Energiesparmeister sind aber Brennwertgeräte (BW-Kessel), die den Brennstoff fast vollständig in nutzbare Wärme umwandeln.



Grafik mit freundlicher Unterstützung der ASUE e.V.

Die gegenüber NT-Kesseln nochmals deutlich bessere Energieausnutzung wird durch eine Abkühlung der heißen Abgase unter die sog. Taupunkttemperatur erreicht, so dass der im Abgas enthaltene Wasserdampf kondensiert und die dabei freiwerdende Wärme zur Beheizung genutzt werden kann. Das anfallende Kondensat wird ggf. neutralisiert und über einen Ablauf entsorgt. Bei NT-Kesseln liegen die Abgastemperaturen bei bis zu 150°C, gegenüber ca. 40°C -50°C bei BW-Geräten. Dadurch geht viel Energie ungenutzt über den Schornstein verloren.



Grafik mit freundlicher Unterstützung der ASUE e.V.

Ob NT- oder BW-Kessel, zum sparsamen Betrieb einer Heizungsanlage gehören außer dem Wärmeerzeuger eine optimierte Wärmeverteilung und Wärmeabgabe an die Räume.

 

Bei einer Heizungssanierung sollte deshalb auf folgende Punkte geachtet werden:

  • Einsatz einer witterungsgeführten Regelung und Thermostatventile
  • Einsatz moderner drehzahlgeregelter Pumpen
  • Hydraulischer Abgleich des Verteilsystems
  • Raumluftunabhängige Verbrennungsluftversorgung


Grafik mit freundlicher Unterstützung der ASUE e.V.

Entgegen einer weit verbreiteten Meinung eignen sich BW-Kessel auch für die Altbausanierung. Dies liegt u. a. auch daran, dass die Heizkörper in Altbauten häufig überdimensioniert sind und mit niedrigeren Vorlauftemperaturen betrieben werden können.

Checkliste

Wenn mehrere der Punkte bei Ihnen zutreffen, sollten Sie sich über die Sanierung Ihrer Heizungsanlage beraten lassen.

  • Heizungsanlage älter als 20 Jahre
  • Kessel wird noch mit einer konstanten Temperatur über 70° C betrieben
  • keine witterungsgeführte und zeitabhängige Regelung der Heizung vorhanden
  • Einsatz von dreistufigen Heizungspumpen
  • Temperaturen von 20° C und mehr im Heizraum
  • Feuchte- oder sonstige Schäden am Schornstein
  • Abgasverlust im Bereich der maximal zulässigen Werte nach der BImSchV (Schornsteinfegerprotokoll)
  • Eigentümer- oder Mieterwechsel und dadurch ggf. Fristen nach EnEV

 

Aktuelles

03.01.2012
Mit drei EEG-Novellen hat die Bundesregierung die Photovoltaik-Vergütungssätze von in 2010, 2011 und 2012 erheblich reduziert. Während eine kleine Dachanlage Anfang 2008 46,75 Cent je Kilowattstunde vergütet bekam, liegt die Vergütung Anfang 2012 noch bei 24,43 ct/ kWh. Zum 1.1.2012 wurde die PV-Vergütung nochmals um 15 Prozent abgesenkt. Das EEG 2012 sieht zudem vor, dass auch zum 1.7.2012 ein weiterer Absenkungsschritt erfolgt – in Abhängigkeit des Zubaus vom Oktober 2011 bis April 2012. Nach derzeitigen Schätzungen wird hier noch mal mit einer Degression von 6 oder sogar 9 Prozent gerechnet. Aufgrund der sinkenden Einspeisevergütung erwarten Marktforscher weiter fallende Anlagenpreise. Das schmälert die Gewinnspannen der Hersteller. Kleine Unternehmen leiden am stärksten unter den fallenden Anlagenpreise.>>> mehr
03.01.2012
Nach neuen Berechnungen der Allianz für Gebäude-Energie-Effizienz – kurz geea - hat der überwiegende Teil deutscher Altbauten eine schlechte Energiebilanz. Rund 70 Prozent der Gebäude, die vor 1979 gebaut wurden, haben überhaupt keine Dämmung. Bei 20 Prozent ist die Dämmung nur unzureichend. Nur etwa zehn Prozent der Altbauten in Deutschland sind nach aktuellen Anforderungen gedämmt. Ein ähnlich schlechtes Bild ergibt sich bei den Heizungsanlagen in deutschen Kellern. Von den 18 Millionen Heizungsanlagen im Bestand sind rund 13 Millionen veraltete Gas- und Ölkessel. Somit entsprechen 70 Prozent der Heizungsanlagen nicht dem Stand der Technik. >>> mehr
27.12.2011
Über den Beitrag des Gasnetzes zur Speicherung erneuerbarer Energien diskutierten Ende November Experten aus Unternehmen und Verbänden der Energiewirtschaft, aus Wissenschaft, Politik und Verwaltung. Die Bundesnetzagentur und das Fraunhofer-Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik IWES in Kassel luden zu dem Workshop „Power-to-Gas“ nach Berlin ein. Der Begriff Power-to-Gas steht für ein Konzept, bei dem überschüssiger Strom dazu verwendet wird, per Wasserelektrolyse Wasserstoff zu produzieren und bei Bedarf in einem zweiten Schritt unter Verwendung von Kohlendioxid (CO2) in synthetisches Methan umzuwandeln. Als Speicher für dieses Methan und bis zu einem gewissen Volumenanteil auch des elementaren Wasserstoffs könnte die bestehende Erdgasinfrastruktur, also das Gasnetz mit den angeschlossenen Untertagespeichern, verwendet werden. „Die Idee, Wasser mittels Elektrolyse in seine Bestandteile Wasserstoff und Sauerstoff zu spalten, ist nicht neu. Sie hat aber vor dem Hintergrund der Energiewende mit der Umstellung auf größtenteils fluktuierende erneuerbare Energien an Bedeutung gewonnen. Denn neben dem Netzausbau und einem intelligenten Last- und Erzeugungsmanagement wird erheblich mehr Speicherkapazität notwendig sein, um die Fluktuation von Sonneneinstrahlung und Wind bei der Stromerzeugung ausgleichen zu können. >>> mehr