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DachdÄmmung

Geneigte Dächer

Im Dachgeschoss eines unsanierten Altbaues sind die Jahreszeiten oft extrem zu spüren. Im Winter lässt die ungedämmte Konstruktion die Wärme fast ungehindert entweichen, im Sommer heizt sich das Dachgeschoss schnell auf, da die Wärme der aufgeheizten Dachziegel in das Dachgeschoss strömt. Die Aufgabe einer nachträglichen Dämmung besteht darin, diese Wärmeströme weitmöglichst zu minimieren.
Bei allen gedämmten Dachkonstruktionen ist auf eine raumseitige Luftdichtheit der Dachkonstruktion zu achten. Eine luftdichte Ebene an der warmen Seite der Konstruktion, bestehend beispielsweise aus einer PE-Folie und bewirkt, dass keine feuchte Raumluft in die Dämmung gelangt. Feuchtigkeit würde bei kalten Außentemperaturen in der Dämmebene ausfallen und zum einen die Dämmwirkung schwächen, zum anderen die Konstruktion dauerhaft schädigen. Dies muss in jeder Konstruktion genau so vermieden werden, wie eine Durchfeuchtung von außen beispielsweise durch Regenwasser. Die luftdichte Ebene muss also an allen Stellen vor allem der Dachkonstruktion geplant und ausgeführt werden.
Decken zu ungenutzten Dachräumen werden am sinnvollsten und kostengünstigsten durch die Dämmung der obersten Geschossdecke energetisch verbessert. Hierfür sollte flächig auf die bestehende Decke eine Dampfsperre in Form einer Folie aufgebracht, diese an allen Stößen dicht verklebt und darauf die Dämmung, beispielsweise aus Mineralwolle, ausgerollt werden. Gesetzlich vorgeschrieben nach EnEV ist hier maximal ein U-Wert von 0,30 W/m²K, was einer Dämmstoffstärke von 16cm WLG 040 (oder 14cm bei WLG 035) entspricht. Grundlegend bestehen bei geneigten Dächern 3 Arten, wie die Dämmung des Daches vorgenommen werden kann: Zwischen-, auf- und unter den Sparren. Wegen zu geringer Sparrenhöhe wird oft eine Kombination dieser notwendig.

Zwischensparrendämmung


Dämmung mit
Mineralwolle

Die häufigste Art der Wärmedämmung besteht in der Zwischensparrendämmung. Wie schon der Name verrät, wird hierbei der Bereich zwischen den Sparren gedämmt. Für eine ausschließliche Zwischensparrendämmung muss die Sparrenhöhe mindestens 14cm betragen. Als Dämmung kommt hier meist Mineralwolle zum Einsatz. Eine weitere Möglichkeit beim bereits ausgebauten Dachgeschoss eröffnet sich, wenn durch die bestehende raumseitige Verkleidung und ein Unterdach abgeschlossene Hohlräume vorhanden sind. In diesem Fall können die Kammern mit einer Zellulosedämmung ausgeblasen werden ohne dass eine Wiedereindeckung des Daches oder eine Erneuerung der Innenverkleidung notwendig wird.

Untersparrendämmung


Dämmung mit
Mineralwolle

Eine reine Untersparrendämmung wird mittlerweile, bei den oben gegebenen Anforderungen [U = max. 0,3 W/m²K] nicht mehr ausgeführt. Sie kommt vielmehr in Kombination mit der Zwischensparrendämmung vor, wenn beispielsweise die vorhandene Sparrenhöhe für die erforderliche Dämmstoffstärke zu knapp ist. In diesem Fall kann der Sparrenzwischenraum durch eine Lattung quer zum Sparren vergrößert werden. Das ermöglicht auch die gerade Ausrichtung der Unterkonstruktion für die Innenverkleidung und verringert obendrein die Wärmebrückenwirkung der Sparren. Sie kann mit allen gängigen Dämmmaterialien durchgeführt werden. Eine Folie für die Luftdichtung ist aber in jedem Fall erforderlich (falls nicht schon eine dichte Zwischensparrendämmung mit luftdichtem Abschluss existiert).

Aufsparrendämmung


Dämmung mit
Mineralwolle

Wird das Dach neu eingedeckt besteht die Möglichkeit statt oder zusätzlich zur Zwischensparrendämmung eine Dämmung auf den Sparren auszuführen. In der Regel kommen hier aufeinander abgestimmte Systeme bestehend aus Dämmplatten, Halterungen und Folie zum Einsatz. Eine Aufsparrendämmung ist ebenfalls nötig, wenn die Sparren nach innen hin sichtbar bleiben sollen. Vorsicht ist geboten, wenn sich im bestehenden Dach Gauben befinden, die erhalten bleiben sollen, da sich durch die größere Höhe des Dachaufbaus eventuell die unteren Fensteranschlüsse in den Gauben verändern.

Flachdach – verschiedene Bauformen sind möglich:

Dächer mit einer Neigung von 0-10 Grad gegen die Horizontale werden als Flachdächer bezeichnet. Sie wurden hauptsächlich in den 1950er und 1960er Jahren sowohl in Mehrfamilienhäusern als auch in Einfamilienhäusern (Bungalows) gebaut. Heute kommen sie vorwiegend im Industriebau oder bei größeren Wohnanlagen zum Einsatz.
Flachdächer sind bei der Ableitung des Niederschlagswassers und der Dichtheit kritischer zu betrachten als Steildächer. Eine wärmetechnische Verbesserung ist immer dann besonders günstig, wenn die Abdichtungen ohnehin erneuert werden müssen.
Bei Flachdächern muss laut Energieeinsparverordnung bei Änderung oder Umbau ein U-Wert von 0,25 W/m2 K, entspricht 14-16cm Wärmedämmung bei WLG 035 bzw. 040, eingehalten werden.

Das Warmdach - übliche Bauweise!

Unter einem "Warmdach" versteht man eine Flachkonstruktion, bei der der Dachaufbau direkt auf die tragende Deckenkonstruktion (Beton, Trapezblech oder Holz) aufgebracht ist.
Der Dachaufbau besteht aus der Trenn- und Ausgleichsschicht, der Dampfsperre, der Wärmedämmung und der Dachabdichtung.
Die Dampfsperre hat eine sehr wichtige Funktion. Sie verhindert, dass aufsteigende Feuchtigkeit die Wärmedämmschicht durchfeuchtet und langfristig unbrauchbar macht.

Das Kaltdach

Das Kaltdach setzt sich aus zwei Konstruktionsschichten zusammen. Zwischen diesen beiden Schichten befindet sich ein Hohlraum, in dem die Luft zirkulieren muss, um aufsteigende Feuchtigkeit aus den Wohnräumen (Wasserdampf) abzuführen.
Die innenliegende Schicht besteht aus der raumseitigen Dachdecke und der Wärmedämmung. Die äußere Schicht wird aus einer oberen, dünnen Dachschalung und der Dachabdichtung gebildet.
Achten Sie auf eine sorgfältige, dampfdichte Ausführung (Warmdach) oder auf ausreichend Hinterlüftung (Kaltdach), sonst können Feuchteschäden die Folge sein.

Das Umkehrdach

Beim Umkehrdach liegt die Wärmedämmung über der Dachabdichtung. Vorteil ist hier der Schutz der Dachabdichtung vor Witterung, schädlicher Sonneneinstrahlung und mechanischen Beschädigungen. Das dazu verwendete Dämmmaterial muss Wasser undurchlässig und unempfindlich sein sowie als Beschwerung mit einer Kiesschicht oder Platten abgedeckt werden. Aufgrund der hochwertigen Abdichtungsbahnen, die heute eingesetzt werden, und wegen der großen Dämmstoffdicken (>= 20cm) wird das Umkehrdach kaum noch verwendet.


Aktuelles

03.01.2012
Mit drei EEG-Novellen hat die Bundesregierung die Photovoltaik-Vergütungssätze von in 2010, 2011 und 2012 erheblich reduziert. Während eine kleine Dachanlage Anfang 2008 46,75 Cent je Kilowattstunde vergütet bekam, liegt die Vergütung Anfang 2012 noch bei 24,43 ct/ kWh. Zum 1.1.2012 wurde die PV-Vergütung nochmals um 15 Prozent abgesenkt. Das EEG 2012 sieht zudem vor, dass auch zum 1.7.2012 ein weiterer Absenkungsschritt erfolgt – in Abhängigkeit des Zubaus vom Oktober 2011 bis April 2012. Nach derzeitigen Schätzungen wird hier noch mal mit einer Degression von 6 oder sogar 9 Prozent gerechnet. Aufgrund der sinkenden Einspeisevergütung erwarten Marktforscher weiter fallende Anlagenpreise. Das schmälert die Gewinnspannen der Hersteller. Kleine Unternehmen leiden am stärksten unter den fallenden Anlagenpreise.>>> mehr
03.01.2012
Nach neuen Berechnungen der Allianz für Gebäude-Energie-Effizienz – kurz geea - hat der überwiegende Teil deutscher Altbauten eine schlechte Energiebilanz. Rund 70 Prozent der Gebäude, die vor 1979 gebaut wurden, haben überhaupt keine Dämmung. Bei 20 Prozent ist die Dämmung nur unzureichend. Nur etwa zehn Prozent der Altbauten in Deutschland sind nach aktuellen Anforderungen gedämmt. Ein ähnlich schlechtes Bild ergibt sich bei den Heizungsanlagen in deutschen Kellern. Von den 18 Millionen Heizungsanlagen im Bestand sind rund 13 Millionen veraltete Gas- und Ölkessel. Somit entsprechen 70 Prozent der Heizungsanlagen nicht dem Stand der Technik. >>> mehr
27.12.2011
Über den Beitrag des Gasnetzes zur Speicherung erneuerbarer Energien diskutierten Ende November Experten aus Unternehmen und Verbänden der Energiewirtschaft, aus Wissenschaft, Politik und Verwaltung. Die Bundesnetzagentur und das Fraunhofer-Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik IWES in Kassel luden zu dem Workshop „Power-to-Gas“ nach Berlin ein. Der Begriff Power-to-Gas steht für ein Konzept, bei dem überschüssiger Strom dazu verwendet wird, per Wasserelektrolyse Wasserstoff zu produzieren und bei Bedarf in einem zweiten Schritt unter Verwendung von Kohlendioxid (CO2) in synthetisches Methan umzuwandeln. Als Speicher für dieses Methan und bis zu einem gewissen Volumenanteil auch des elementaren Wasserstoffs könnte die bestehende Erdgasinfrastruktur, also das Gasnetz mit den angeschlossenen Untertagespeichern, verwendet werden. „Die Idee, Wasser mittels Elektrolyse in seine Bestandteile Wasserstoff und Sauerstoff zu spalten, ist nicht neu. Sie hat aber vor dem Hintergrund der Energiewende mit der Umstellung auf größtenteils fluktuierende erneuerbare Energien an Bedeutung gewonnen. Denn neben dem Netzausbau und einem intelligenten Last- und Erzeugungsmanagement wird erheblich mehr Speicherkapazität notwendig sein, um die Fluktuation von Sonneneinstrahlung und Wind bei der Stromerzeugung ausgleichen zu können. >>> mehr